Glück auf vier Pfoten
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Hundeerziehung nebenbei

Das, was sich wie ein Traum anhört, ist Realität. Natürlich werden Sie nicht umhin kommen, etwas Energie und Aufwand die Erziehung Ihres Hundes zu stecken, dennoch gibt es ein paar Dinge, die Sie ganz einfach und nebenbei auf jedem Spaziergang konditionieren können.

Die Konditionierung erfolgt ganz einfach nach dem Prinzip „Steter Tropfen höhlt den Stein“ und die Belohnung mit einem Leckerchen dient als Katalysator. Sie merken gar nicht, dass Sie mit Ihrem Hund trainieren und Ihr Hund merkt nicht, dass er gerade ein paar Übungen absolviert.

Ganz nebenbei und ohne Extratraining bringen Sie Ihrem Hund folgendes bei:

  • Die maximale Entfernung zum Herrchen beträgt 7 Meter
  • Ich bin immer aufmerksam und suche immer wieder den Blickkontakt zu meinem Herrchen.
  • Ich bleibe auf ein Kommando zuverlässig stehen, bis ich von meinem Herrchen abgeholt werde.
  • Ich wechsele die Richtung, wenn ich ein bestimmtes Signal höre.

Kann Ihr Hund diese Dinge abrufen, dann können Sie Ihren Hund im Freilauf kontrollieren und wunderbar entspannte Spaziergänge mit Ihrem Vierbeiner verbringen.

Voraussetzung für ein erfolgreiches Training ohne Training ist die Verwendung einer Schleppleine.

 

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Schleppleinentraining

Der Hund sollte das erste Jahr, am besten die ersten eineinhalb Jahre nicht ohne Schleppleine laufen. Grundsätzlich gilt, der Hund läuft an der „normalen“ kurzen Leine oder aber an der Schleppleine.

Richtig: auch ein Welpe! Der Handel bietet mittlerweile sogar Schleppleinen für Welpen an. Für die erste Zeit tut es aber auch eine Wäscheleine.

Der Grundgedanke dieser Erziehungsmethode ist, dass der Hund immer gesichert ist und sich nicht durchs Weglaufen in Gefahr bringen kann. Wussten Sie, dass sich Hunde in den ersten Lebenswochen nicht an den Menschen, sondern nur an einen Ort binden? Jeder dahergelaufene Passant erscheint somit für einen Welpen interessant und könnte zum Weglaufen verführen.

Weiterer Aspekt, der für die Verwendung einer Schleppleine spricht, ist dass Sie immer und jederzeit auf Ihren Mini einwirken können, was besonders wichtig für ein erfolgreiches Rückruftraining ist.

Wichtig: Ebenso wie Flexi-Leinen sollten Schleppleinen ausschließlich an Brustgeschirren befestigt werden.  Wenn Sie einmal auf die Schleppleine treten müssen, um den Hund z. B. am Weglaufen zu hindern, dann können dort starke Kräfte auftreten. Wirkt diese Kraft auf ein Halsband ein, kann das Schäden an der Wirbelsäule verursachen.

Entweder Sie halten die Leine am hintersten Zipfel fest oder die Schleppleine schleift immer über den Boden und gestattet dem Hund so einen „gesicherten Freilauf“. Ich empfehle letztere Methode. Ein Nachteil ist natürlich, dass die Schleppi durch allerhand Dreck und Unrat gezogen werden kann, je nachdem, wo Sie mit Ihrem Hund Gassigehen.

Mein Tipp: Nehmen Sie auf die Spaziergänge ein altes Geschirrhandtuch oder Ähnliches mit, so können Sie die Leine vor dem „Einholen“ kurzerhand säubern. Für den beherzten Griff zwischen durch empfehle ich Reithandschuhe aus Baumwolle, die man günstig (unter 5 EUR) pro Paar z. B. bei Raiffeisen erstehen kann. Die Handschuhe sind auch im Sommer angenehm zu tragen und lassen sich in der Waschmaschine reinigen.

 

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Aufmerksamkeit und Blickkontakt konditionieren

Bleiben Sie ab und zu kommentarlos stehen und warten Sie ab. Wichtig: Nicht sprechen!  Irgendwann wird sich Ihr Hund fragend zu Ihnen umdrehen. Sagen Sie Ihr Markerwort oder klicken Sie den Klicker und schieben einen Keks in das kleine Kerlchen. Schon bald kennt Ihr Hund die Verknüpfung: Ansehen = Belohnung.

Jetzt geht es einen Schritt weiter: Belohnen Sie Ihren Hund immer mit dem Markerwort oder Klicker, wenn er Sie ohne Aufforderung und ganz freiwillig von sich aus anguckt. Ihr Hund wird sich nicht immer in unmittelbarer Nähe zu Ihnen befinden, wenn er das gewünschte Verhalten zeigt. Aus diesem Grund empfehle ich die Verwendung mit dem Klicker, denn ist der Klicker einmal konditioniert, dann ist der Klick schon die Belohnung und der Keks kann auch etwas später gereicht werden. Mehr zum Klickertraining und zur positiven Konditionierung erfahren Sie hier (Link Klicker).

Ein weiterer Tipp: Ihr Hund schnüffelt lange an einer Stelle, fällt hinter Ihnen zurück und ist völlig abgelenkt? Tolle Gelegenheit für Sie: Verstecken Sie sich! Sobald er gemerkt hat, dass sie nicht da sind, wo er Sie erwartet, wird er Sie suchen. Halten Sie das aus und lassen Sie Ihren Hund etwas schmoren. Treten Sie dann aus dem Versteck, rufen Sie das Kerlchen und feiern Sie ein tolles Begrüßungsfest mit Ihrem Hund: Da wo Frauchen ist, ist es immer schön!

 

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Bis zum Abruf zuverlässig stehen bleiben

Bleiben Sie währen des Spaziergangs ab und zu stehen und spannen Sie die Schleppleine, sodass Ihr Hund zum Halten kommt. Steht er ruhig, belohnen Sie ihn mit Markerwort/Klicker und lassen Sie einen Keks fliegen. Nach einigen Wochen lassen Sie ganz nebenbei das Kommando mit einfließen, dass Sie sich überlegt haben, z. B. Steh, bleib, Freeze, Stopp oder Halt. 

Ablauf: Stehen bleiben, Leine straffen. Hund steht. Kommando geben. Belohnen.
Wieder nach einigen Wochen ändert sich der Ablauf leicht: Stehen bleiben, Kommando geben, die Leine straffen. Hund steht. Belohnen.

Später: Kommando geben, leichten Impuls (Zug) an der Leine geben. Hund steht. Belohnen.

 

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Richtungswechsel auf ein Signal hin

Immer, bevor Sie auf Ihrem Spaziergang die Richtung wechseln oder eine andere Abzweigung nehmen, als Ihr Mini bereits eingeschlagen hat, geben Sie ein Signal.

Das kann ein bestimmter Ruf sein oder ein bestimmter Pfiff. Wenn sie nicht besonders gut pfeifen können: Es gibt auch Hundepfeifen, die auf einer Seite einen Pfiff haben und auf der anderen Seite einen Triller. Wie Sie das Signal gestalten, bleibt Ihnen überlassen. Bitte verwenden Sie hierfür keines Falls den Klicker!

Nach einiger Zeit wird Ihr Mini auf das Signal hin immer zu Ihnen sehen, um herauszufinden, in welche Richtung es nun weiter geht. Wichtig: Nutzen Sie das Signal nur für den Richtungswechsel oder wenn Sie die Aufmerksamkeit von Ihrem Hund erhalten wollen.

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